Konsent statt Konsens – Agile Entscheidungsfindung

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Teams und Gruppen, die an Projekten arbeiten, müssen Entscheidungen treffen – und das gemeinsam. Hierbei ist es in der Regel so, dass diese Entscheidungen erst dann getroffen werden können, wenn jeder seine Zustimmung gibt. Gibt es auch nur eine Person mit einem Veto, kann sich der Entscheidungsprozess sehr in die Länge ziehen. Das ist definitiv nicht die beste Lösung. Konsent und die damit einhergehende agile Entscheidungsfindung sind die Zauberworte.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Konsent und Konsens ?

Das klingt doch schon gleich. Dennoch gibt es einen simplen und sehr entscheidenden Unterschied. Beim Konsens werden Entscheidungen getroffen, wenn alle dafür sind. Der Konsent besagt jedoch, dass Entscheidungen dann getroffen werden, wenn nichts mehr dagegen spricht. Der kleine, aber feine Unterschied macht in der Praxis am Ende einen riesigen Unterschied. Nicht also die Mehrheit entscheidet, sondern das beste verfügbare Argument.

Gruppen und Teams arbeiten heutzutage oft im Konsens, ohne es überhaupt zu wissen. Der demokratische Hintergrund hat uns so sehr geprägt, dass diese Werte in uns verankert sind – so also auch im Arbeitsumfeld. Es müssen alle befriedigt werden und das so gut es geht. Jedoch kann das unglaublich zeitaufwendig sein und etliche Nerven kosten. Sind alle einer Meinung, können ohne Probleme Entscheidungen getroffen werden, doch gibt es auch nur ein Veto hat diese Person automatisch die Macht über die Gruppe. Die Entscheidung kann dadurch nicht getroffen werden und möglicherweise entstehen Ungleichheiten und Konflikte. Dies kann die Gruppe spalten und auch auf das Projekt äußerst negative Auswirkungen haben. Der Konsent hingegen umschifft dieses Problem und bietet viele Vorteile, die den Konsens deutlich in den Schatten stellt.

Was ist agile Entscheidungsfindung und welche Vorteile bietet sie?

Der Konsent ist ein entscheidendes Element der Soziokratie. Die Soziokratie gehört zu den am weitesten entwickelten Modellen, wenn es um demokratische Mitbestimmung in Organisationen geht. Sie besteht aus den vier Basisprinzipien:

  • Beschlussfassung im Konsent
  • Aufbau der Organisation in semi-autonomen Kreisen
  • doppelte Verknüpfung in den Kreisen
  • offene Wahlen für wesentliche Funktionen und Rollen

Im Konsent entscheidet nicht die Mehrheit, sondern das beste verfügbare Argument.] Dieses Argument und die daraus resultierende Entscheidung bleibt so lange im Konsent bis jemand aus der Gruppe einen schwerwiegenden Einwand hat. Im Gegensatz zum Konsens ist dieser Einwand nicht gleichzusetzen mit einem Veto. Viel mehr kann der Einwand aktiv und gewinnbringend in die Entscheidung eingebunden werden. Dadurch werden die Entscheidungen verbessert oder aus dem schwerwiegenden Grund nicht getroffen. Ist letzteres der Fall, ist das dann selbstverständlich auch gut so.

Jeder Betroffene kann Einwände bringen. Häufig ist es so, dass empirisches Testen sinnvoller ist. Das liegt daran, dass viele Ideen in der Theorie zwar gut klingen, sich in der Praxis dann aber doch nicht bewähren. Deshalb spricht alles für die agile Entscheidungsfindung des Konsent. Im Konsens wird oft versucht sehr langfristige Entscheidungen zu treffen. Deswegen müssen diese gut überlegt sein und alle müssen dem zustimmen.

Im Konsent werden sich zwei Fragen gestellt:

  1. Ist die Entscheidung gut genug für jetzt und sicher genug, um es auszuprobieren?
  2. Kann ich damit bis zur nächsten Evaluation leben?

Dieser agile Ansatz lässt es zu, Entscheidungen schneller und besser zu treffen. Es werden Entscheidungen getroffen, die für den aktuellen Zeitpunkt ausreichen. Anschließend müssen sich diese in der Praxis bewähren. Tun sie es nicht und gibt es Einwände, werden diese angehört und entsprechend in die Entscheidung eingebunden.

Dadurch entsteht ein entspannteres Miteinander. Wo beim Konsens Einwände nervenaufreibend und sehr zeitaufwendig sein können, sind sie beim Konsent hilfreich und gewinnbringend.

Der Konsent-Moderator – ein wichtiger Baustein

In jeder Diskussion braucht es jemanden, der diese führt und moderiert. Andernfalls kann es zu Streitigkeiten führen und dazu, dass nicht jeder angehört wird oder die Diskussion aus dem Ruder läuft. Deshalb gibt es auch im Konsent einen entsprechenden Moderator. Dieser sollte bestenfalls eine neutrale Person sein, damit klar differenziert werden kann.

Die Rolle des Konsent-Moderators ist jedoch sehr anspruchsvoll. Er muss sowohl eine gute Auffassungsgabe besitzen, als auch ein empathisches Einfühlungsvermögen in die Gruppenmitglieder haben und stets sicher im Umgang mit der Führung der Gruppe sein. Eine der wichtigsten Aufgaben, die dem Moderator zukommt, ist die Vorbereitung der Entscheidungsfindung. Das bedeutet: Wer nimmt teil? Was steht auf dem Plan? Wie soll die Diskussion moderiert werden?

Auch das Einhalten der Reihenfolge ist von essenzieller Bedeutung. Im Konsent wird ausnahmslos jeder angehört, damit sich abschließend eine Meinung gebildet und sich für das beste Argument entschieden werden kann. Im Vorhinein wird dabei eine Reihenfolge der Teilnehmer festgelegt. An diese ist sich zu halten, um nichts durcheinander kommen zu lassen und niemanden zu überhören.

In irgendeiner Art muss das gesprochene festgehalten werden. Hierfür bieten sich entweder ein klassisches Protokoll oder auch ein Flipchart an. Zuletzt sei noch einmal verdeutlicht, dass der Konsent-Moderator kein Entscheidungsträger ist, sondern einen strukturierten Prozess sichern soll. Die letztendlichen Entscheidungen und Bedenken kommen ausschließlich aus der Gruppe.

Fazit – Warum Konsent besser ist

Konsens und Konsent, zwei fast gleiche Wörter, jedoch mit gravierendem Unterschied in der Entscheidungsfindung. Im Konsens wird erst dann eine Entscheidung getroffen, wenn wirklich alle dafür stimmen und es kein Veto mehr gibt. Der Konsent ist hingegen eine agile Entscheidungsfindungs-Methode. Hier werden Entscheidungen getroffen, wenn nichts mehr dagegen spricht.

Dabei sind diese Entscheidungen, im Gegensatz zum Konsens, nicht in Stein gemeißelt. Durch berechtigte Einwände können die Entscheidungen abgeändert und dadurch verbessert werden. Der Ansatz, der hierbei herangezogen wird, ist ein empirischer. Beim Konsent geht es darum in der Praxis diese Entscheidungen auszuprobieren und dadurch herauszufinden, was klappt und was nicht. Dies hat den immensen Vorteil, dass Entscheidungen schneller und besser getroffen werden können. In Teams kommt es darüber hinaus seltener zu Unstimmigkeiten und Streitfällen. Alles in allem ist die agile Entscheidungsfindung im Konsent eine herausragende Methode Projekte in Gruppen durchzuführen.

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