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Die Digitalisierung in der Bildung – Bestnoten oder ein Widerspruch?

Wo steht die Bildung in Zeiten der Digitalisierung?

Dem digitalen Wandel kann man inzwischen gar nicht mehr entkommen. Ob in der Arbeitswelt, im Privatleben oder in der Gesellschaft: Digitale Technologien und Anwendungen werden überall eingesetzt und deren Anwendung gefördert. So wirkt die Digitalisierung sich allmählich auch auf die Bildung aus. Die Digitalisierung und mit ihr einhergehende Neuerungen erfordern zahlreiche, bisher nicht dagewesene Kompetenzen und Arten zu denken. Das heißt auch für die Bildung ein Ende der Kreidezeit, um die Schüler optimal auf ihr weiteres Leben vorzubereiten. Das ist unumstritten. Doch wie genau die Digitalisierung in der Bildung aussehen soll und ob deren Auswirkungen eher positiv oder negativ sind, wird heftig diskutiert. Auch der Zeitpunkt, ab wann Kinder mit der digitalen Welt in Berührung kommen sollen, ist umstritten. Die digitale Transformation wird letztendlich aber alle Bildungsbereiche betreffen. Die frühkindliche Bildung, die Schulbildung, das Studium und die Erwachsenenbildung durchlaufen momentan viele Veränderungen. Wie diese aussehen, was deren Vorteile sind und welche Herausforderungen es zu meistern gilt, wollen wir mit diesem Artikel klären. Wir betrachten hier vor allem die Digitalisierung an Schulen, da sie ein großer Teil des Bildungssektors ist, den jeder einzelne durchläuft.

Bildung 4.0

Wie die Industrie sich hin zur Industrie 4.0 entwickelt, verändert sich auch die Bildung zur Bildung 4.0. Sie baut auf einem interdisziplinären Konzept auf und bereitet Schüler auf die Anforderungen der Industrie 4.0 vor. Wichtige Bereiche zum Erreichen der „vierten Stufe“ in der Bildung sind Medienkompetenz, Verständnis von Informatik, Datennutzung und Vernetzung. Die Bildung 4.0 wird vor allem durch die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien möglich.

Zahlen und Fakten zum aktuellen Status der Digitalisierung in der Bildung

Wie sieht es mit dem Stand der Digitalisierung an den Schulen wirklich aus? Leider sind Schulen in Deutschland kaum digital und hinken weit im internationalen Vergleich hinterher. Nur vier Prozent der Schüler und Schülerinnen in Deutschland nutzen im Unterricht täglich digitale Medien. Der Rest des Unterrichts geschieht noch analog. Nur ein Viertel der Schulen hat außerdem stabiles WLAN und ca. 17 Prozent der Schulen nutzen eine Lernplattform für den Austausch zwischen Lehrern und Schülern. Studien, die sich mit digitalen Kompetenzen von Schülern auseinandersetzen, platzieren deutsche und österreichische Kinder und Jugendliche im Mittelfeld. Immerhin. Diese Kompetenzen werden aber mit den vorherigen Zahlen im Hinterkopf anscheinend eher außerschulisch erworben. Ähnlich mittelmäßig sieht es auch bei der PISA-Studie aus. Selbst in elementaren Kompetenzen wie Lesen und Schreiben haben die Schüler Nachholbedarf. Wie lassen sich diese Lücken also schließen? Mit dem bisherigen Bildungssystem funktioniert das offensichtlich nicht optimal. Eine Alternative könnte die Nutzung der Errungenschaften der digitalen Transformation sein. Ein Blick auf die Nachbarländer bringt eine völlig neue Perspektive auf den Einsatz neuer Medien: In Europa gehört Dänemark zu den Vorbildern im Hinblick auf Digitalisierung an Schulen. Hier haben die Schüler eigene Laptops, an denen sie Aufgaben bearbeiten, recherchieren, sich Notizen machen und Hausarbeiten verfassen. Der Bildungsstandard in Dänemark ist ebenfalls sehr hoch und so scheint es, dass die Digitalisierung positive Auswirkungen auf die Bildung der Schüler und Schülerinnen hat.

Warum sollte der Bildungssektor überhaupt digitalisieren?

Bei aller Kritik an der Digitalisierung, gibt es dennoch mehr Gründe, die für digitale Schulen sprechen. Zunächst einmal sind technische Kompetenzen zur heutigen Zeit eine wichtige Voraussetzung, um im späteren Berufsleben erfolgreich zu sein. Die Schule sollte diese also vermitteln und es nicht dem Zufall oder den Eltern überlassen, ob technisches Know-How gefördert wird. So haben alle Schüler die gleichen Voraussetzungen und Chancen auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt.

Durch die Einbindung digitaler Medien an Schulen wird Technik nicht nur passiv konsumiert, sondern wird als Hilfsmittel erlernt, mit dem man Probleme lösen kann. Das ist eine wichtige Grundeinstellung, die Schülern damit vermittelt wird und ein Umdenken, das nötig ist, um als Gesellschaft in Zeiten der Digitalisierung voranzukommen.

Aber auch neue Fächer können im Zuge der digitalen Transformation entstehen und sollten an Schule entsprechend unterrichtet werden. Viele Schulen haben diese Fächer bereits im Programm und zeigen große Erfolge. Programmieren, Computer Elemente selbst bauen, 3D Druck oder Computational Thinking, also das praktische Anwenden von Algorithmen und Programmen, sind nur ein paar der Beispiele.

Im Hinblick auf den Arbeitsmarkt, vor dem die Schüler stehen werden, müssen sie ebenfalls auf neue Tätigkeiten vorbereitet werden. Routineaufgaben verschwinden immer mehr und werden von Robotern und Automatisierungsprogrammen übernommen. Fähigkeiten, die für die Ausführung dieser wiederkehrenden Tätigkeiten benötigt werden, müssen also nicht länger geschult werden. Viel wichtiger ist der Fokus auf das kritische Denken, die Kommunikation, die Kreativität und die Kooperation. Dies sind Tätigkeiten, die nicht von Maschinen übernommen werden können, sondern auf Grund des Wegfalls von Routineaufgaben, wieder verstärkt gefordert werden. Trotz des Einsatzes neuer Technologien und unzähliger Maschinen wird der Fokus also wieder mehr auf zwischenmenschliche Aspekte gesetzt. Diese Kompetenzen sollten bei Schülern daher gefördert werden, und zwar mehr als es bisher der Fall war. Das kann die Digitalisierung an Schulen ermöglichen.

Auch Frontalunterricht hat bisher nicht die gewünschten Erfolge gezeigt, aber wird zwecks Mangel an Alternativen immer noch praktiziert. Durch digitale Hilfsmittel wird weniger Frontalunterricht möglich. Ganzheitliches Lernen rückt in den Vordergrund und schafft auch für Lehrer eine Erleichterung und mehr Erfolgserlebnisse.

Vorteile der Digitalisierung in der Bildung

Die Digitalisierung in der Bildung hat zahlreiche Vorteile. Hier wollen wir auf einige näher eingehen. Vor allem die Anschaulichkeit des Unterrichtsmaterials wird durch digitale Methoden erheblich verbessert. Auch die Lebensnähe von einem Stadtrundgang im alten Athen mit einer Virtual Reality Brille ist beispielsweise viel besser, als sich das antike Athen nur auf einer Zeichnung anzusehen. Schüler können so viel besser für den Unterrichtsstoff begeistert werden und die Lernmotivation steigt.

Für die Lehrer bietet die Digitalisierung darüber hinaus einen ganz besonderen Vorteil. Bei schwierigen Schülerfragen mussten diese oft auf die nächste Stunde vertröstet werden und die Frage oder das Interesse ging bis dahin verloren. Eine einfache Suche im Internet macht es nun möglich, direkte Antworten auch auf komplexe Schülerfragen anschaulich und in wenigen Sekunden parat zu haben, vielleicht sogar mit Bild oder Video.

Auch die Verwaltung einer Schule wird um einiges einfacher. Klassenbücher, Stundenaufteilung unter Lehrern, Terminkalender, Noten und Fehlzeiten werden einfach online geführt und können zu jeder Zeit und von überall aus abgerufen werden. Die Lehrer können alle auf das gleiche Verwaltungssystem zugreifen. Das spart Zeit, schafft einen besseren Überblick und wichtige Informationen gehen nicht mehr verloren.

Dadurch wird auch einiges an Papier und viel Platz gespart. Dokumente müssen nicht mehr in ganzen Archiven aufbewahrt werden, sondern können online abgelegt werden. Das macht sie außerdem auch leichter wieder auffindbar.

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, ein individuelles Förderangebot zu erstellen und zu nutzen. Online Nachhilfeplattformen, online Sprachunterricht mit Muttersprachlern, Computerspiele zur Wissensvermittlung oder diverse Onlinekurse je nach Interesse der Schüler ermöglichen dies. Das ist sowohl für Eltern, wie auch für Lehrer praktisch, da das digitale Angebot oft günstiger und trotzdem hochwertiger ist, als zum Beispiel klassische Nachhilfestunden. Außerdem ist es rund um die Uhr verfügbar. So kann jeder Schüler, unabhängig der Rahmenbedingungen und Lebensumstände individuell gefördert werden.

Des Weiteren wird das Lernen in eigener Geschwindigkeit und die Wiederholung von Schulstoff nach Bedarf möglich, z.B. durch den Einsatz von Tablets. Im Fremdsprachenunterricht können Kinder damit beispielsweise aus unterschiedlichen Themen wählen und die Aufgaben passend zu ihrem Interessensgebiet bearbeiten. So können auch weniger sprachbegeisterte Schüler für die jeweilige Fremdsprache motiviert werden.

Auch die tatsächlich objektive Beurteilung des Lernfortschrittes wird durch Maschinen möglich. Menschen sind doch unbewusst voreingenommen und können nie zu 100% objektiv urteilen. Maschinen analysieren Fehlerquellen, Lernfortschritte und typische Herausforderungen, vor denen ein Schüler steht, exakt und wertungsfrei.

Zuletzt können kostenlose Bildungsangebote eine Demokratisierung in der Bildung bewirken. Viele Studien sind inzwischen als Fernstudium möglich und verlangen keine Studiengebühren, auch Onlinekurse zu jedem erdenklichen Thema kosten oftmals nichts oder nur sehr wenig. Der Zugang ist außerdem von überall aus möglich, auch aus ländlichen Gegenden, die normalerweise nur ein Standardangebot an Bildung aufweisen.

Welche neuen Anwendungsmöglichkeiten gibt es durch die Digitalisierung in der Bildung?

Wie bei den Vorteilen, gibt es auch hier eine Fülle neuer Anwendungsmöglichkeiten. Ein beliebter erster Schritt in Richtung Digitalisierung ist die digitale Tafel. Sie ist mit dem Internet und anderen Geräten vernetzt und interaktiv.

Auch Smartphones werden immer zielgerichteter eingesetzt. Im Kunstunterricht können beispielsweise eigene Werke fotografiert werden und auf Plattformen geteilt und diskutiert werden und Reden und Lesungen der Autoren und Politikern selbst können angehört und analysiert werden, anstatt diese nur aus einem Textbuch abzulesen.

Einen Schritt weiter gehen zum Beispiel Simulationsprogramme, um Auswirkungen einer bestimmten Handlung zu errechnen und vorherzusagen. Ausgestopfte Tiere oder Knochenmodelle für den Naturwissenschafts-Unterricht werden durch Videoanimationen oder sogar Augmented Reality ersetzt und machen so das Material noch anschaulicher und interaktiver.

Viele Museen bieten inzwischen auch virtuelle Rundgänge an und Schüler können so, gemeinsam mit den Lehrern, berühmte Museen digital erleben.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist Gamification. Hier dreht sich alles um das spielende Lernen. Apps, Quizprogramme oder kleine Onlinewettbewerbe können einen ganz neuen Blickwinkel vermitteln und Spaß am Thema wecken.

Wie bereits kurz erwähnt, hat auch Virtual Reality viele Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Durch den Weltraum reisen, um mehr über Planeten zu lernen, den Dschungel auf der Suche nach exotischen Tieren durchstreifen oder die Französische Revolution „vor Ort“ erleben, sind spannende Möglichkeiten für Schüler, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Zuletzt lässt sich eine Analyse von Lerntypen der Schüler durch Algorithmen erstellen. Lernt der jeweilige Schüler eher visuell oder auditiv? Hat der Schüler immer wieder Schwierigkeiten bei der gleichen Art von Problemen? Lernt er besser alleine oder in Gruppen? Basierend auf dieser Analyse könnten dann individuelle Lernprogramme für jeden Schüler zusammengestellt werden. Sogar Talente könnten sich so erkennen und gezielt fördern lassen. Im Hinblick auf die spätere Berufswahl oder Wahl des Studiengangs können ebenfalls treffende Empfehlungen erstellt werden.

Werden Lehrkräfte und Personal durch die Digitalisierung in der Bildung nun durch Maschinen ersetzt?

Ganz klar, für die Verwaltung und Routinetätigkeiten wird in Zukunft weniger Personal gebraucht. Meist haben Lehrer diese Tätigkeiten jedoch nebenbei übernommen und erleben so eine Befreiung von Aufgaben, die sie wahrscheinlich eh nicht unbedingt erledigen wollen. Sie können sich wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren, den menschlichen Kontakt. In Problemsituationen haben sie wieder mehr Zeit, den Schülern Hilfestellungen zu geben und individuelle Förderungsmöglichkeiten für die Schüler vorzuschlagen. Die selbstständige Aneignung von Wissen und Motivation kann außerdem fast ausschließlich von „echten“ Lehrern vermittelt werden. Auch die kritische Reflektion von (digitalen) Inhalten kann in der persönlichen Auseinandersetzung mit Lehrern viel besser entstehen, deswegen werden diese nicht hinfällig.

Neue Jobprofile entstehen außerdem durch die Digitalisierung. Der Bedarf nach online Tutoren, Entwicklern von digitalen Bildungsanwendungen etc. wird wohl eher steigen als sinken.

Herausforderungen in der Digitalisierung der Bildung

Natürlich kommen auch einige Herausforderungen auf den Bildungssektor zu. Zunächst einmal wirft das Thema Digitalisierung viele finanzielle Fragen auf. Stellt zum Beispiel die Bildungseinrichtung alle Geräte oder bringt jeder sein eigenes Gerät mit? Letzteres würde Ungleichheit verstärken und Chancen für Kinder aus einkommensschwachen Familien vermindern. Hier gibt es noch keine ideale Lösung.

Auch die Konzentrationsfähigkeit nimmt durch die Digitalisierung ab und viele Schüler haben bereits Probleme, längere Texte zu lesen. Dem gilt es, trotz Einsatz neuer Technologien, entgegenzuwirken.

Inhalte werden außerdem besser gemerkt, wenn man aktiv etwas mit ihnen macht, also beispielsweise von der Tafel abschreibt. Auch hier müssen noch kreative Lösungen gefunden werden, was durch die neu gewonnene Anschaulichkeit, Spannung und Lebensnähe aber sicherlich möglich ist.

Auch die Schummelgefahr wird häufig als Risiko erwähnt, doch Plagiatssoftware oder digitale Kontrollen minimieren dies bereits. Eine weitere Herausforderung ist die ständige Ablenkung durch Social Media, WhatsApp und Co. Maßnahmen dagegen wären Internetfilter, klassische Strafen oder Programme, die die Aktivität im Internet nachvollziehen. Andererseits müssen die Schüler eh lernen, ihre Geräte verantwortungsvoll einzusetzen. Je früher sie diesen verantwortungsvollen Umgang lernen, desto besser.

An der Digitalisierung in der Bildung führt kein Weg vorbei

Da die Digitalisierung bereits unser ganzes Leben betrifft, dürfen auch die Schulen nicht vor ihr zurückschrecken. Im Gegenteil, der Nachwuchs muss auf die Herausforderungen in einer digitalen Welt vorbereitet werden. Ein sinnvoller Einsatz digitaler Technologien und keine ständige Präsenz dieser oder gar Abhängigkeit dieser ist dabei das A und O. Hier müssen sich aber auch Erwachsene an der eigenen Nase packen und können mit der Zeit vielleicht sogar von jüngeren Generationen lernen.